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Allet für den Park! Allet für den Park!

-Da ham se wat falsch verstanden. Frisbiescheibn kriejen se bei mir nich. Und ooch keene Picknickdeckchen. Aba ick würde ihn’ jern hier so ne Eintrittskarte vakoofn. Zwo Euro det Stück.

-Seit wann man fürn Park Eintritt bezahlen muss? Müssen se jar nich. Hat der Kultursenator höchstpersönlich vahindert. Bloß, ich möcht Sie halt trotzdem sehr höflich bitten, sich ne Eintrittskarte zu koofn. Allet für den Park, vastehnse?

-Vastehnse nich? Also det is so: Dieser Park hier, der jehört zur Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Und die is vom Bundesvawaltungsamt aufjefordert worden, mehr Jeld zu vadienen. Weil, die janzen Schlösser und Järten, die kosten. Und der Bund is pleite. Und Balin sowieso. Also wollte die Stiftung für ihre Parks Eintritt kassieren. Det fanden die Leute aba nich so toll. Deshalb hat der Kultursenator dajejen jestimmt, aber anjedeutet, dass man die Besucher ooch zwingen kann, freiwillich Eintritt zu zahlen. Daraus hat unser Jeneraldirektor, der Herr Dorjerloh, dann ein Konzept entwickelt.

-Wie, die Leute zahlen schon Steuern? Natürlich zahlen die Steuern. Aba von Steuern kann man doch heutzutage keene Parks oder Schlösser mehr finanzieren. Janz zu schweigen von Straßen oder Schulen oder so’n Luxus. Die janzen Steuerjelder, die werden jebraucht, um Unternehmen zu subventionieren. Damit se nich gleich die Bieje nach Schina oder de Schlowakei machen, sondern vorher in Balin-Brandenburch noch für zwei, drei Jahre’n paar Billigjobs schaffen. Also, darf ick bitten?

-Ach, Sie sind arbeitslos? Mensch, da ham wa doch fast was jemeinsam. War ick nämlich ooch bis jestern. Aba jetz bin ich Honorarkraft beim Herrn Dorjerloh. Weil, irjendjemand muss den freiwillijen Eintritt ja ooch kassieren. Und deshalb hat der Herr Dorjerloh mich und meine sieben Kollejen anjeheuert und in schmucke preußische Uniformen jesteckt. Also, ich bitt Sie recht schön. Jeben Sie sich’n Ruck. Sie finanzieren ja quasi ooch meinen Arbeitsplatz. Das kostet ja schließlich ooch, so acht Honorarkräfte. Da muss man doch verstehen, wenn die Stiftung mit höflichem Nachdruck um freiwillijen Eintritt bittet. Sonst müssen die am Ende Arbeitsplätze abbauen. Jrade Sie müssten det doch vastehn.

über Schockwellenreiter

ab · 15.12.05

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