Astrid Paprotta
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Rauchen kann tödlich sein
Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
lieber Horst Köhler,
wir, die deutsche Wirtschaft, können und wollen es nicht länger verhehlen: Wir sind bitter enttäuscht von den Humanressourcen dieses Landes.
Nicht genug, dass sie uns als abhängig Beschäftigte seit Jahr und Tag ein Vermögen kosten und uns zu kostspieligen Arbeitsplatzverlagerungen ins Ausland nötigen. Nicht genug, dass sie hartnäckig Konsumverweigerung betreiben und damit jedes binnenkonjunkturelle Wachstum vereiteln. Nein, sie mussten ihre wirtschaftsfeindliche, unreife, von keinerlei Sachverstand getrübte Haltung zu allem Überfluss noch in die Wahlkabinen tragen.
Wir haben alles getan, um es im Guten mit ihnen zu versuchen. Wir haben weder Kosten noch Mühen gescheut. Wir haben wichtige Meinungsmacher überzeugt und uns mit zahlreichen Initiativen öffentlich engagiert. Leider wollten die Wähler nicht auf uns hören. Und wer nicht hören will, muss fühlen.
Nun sind einschneidende Maßnahmen gefragt. Mit den Ideen von vorgestern lassen sich die Probleme von heute nicht lösen. Wenn wir im weltweiten Wettbewerb bestehen wollen, müssen Entscheidungsstrukturen rationalisiert und effizienter gestaltet werden. Das bedeutet nicht zuletzt, dass überkommene Mitbestimmungsmodelle auf den Prüfstand gehören. In der Wirtschaft wie in der Politik.
In diesem Sinn möchten wir zunächst folgende Sofortmaßnahmen vorschlagen:
Es ist evident, dass durch diese Maßnahmen entscheidende Standortverbesserungen erzielt werden können. Zum einen wird sichergestellt, dass die Leistungsträger, die über den notwendigen Sachverstand verfügen, um die komplexen Probleme der heutigen Zeit beurteilen und in Angriff nehmen zu können, ein ihrer Bedeutung angemessenes Gewicht im Entscheidungsgefüge der Republik erhalten. Zum anderen würde unser Sofortprogramm entscheidend zum Abbau der Arbeitslosigkeit beitragen: Politisch interessierte Beschäftigungslose wären zusätzlich gefordert, ein Arbeitsverhältnis einzugehen, das ihnen die uneingeschränkte Teilnahme am politischen Leben ermöglicht. Arbeitgeber könnten gezielt politisch reife und verantwortungsvolle Mitarbeiter einstellen. Und sie wären zusätzlich motiviert, Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen, da jeder neue Mitarbeiter ihnen zugleich mehr gesellschaftlichen Einfluss sichert.
Natürlich kann dieses Programm nur ein Anfang sein. Die Erneuerung des Standorts Deutschland steckt noch in den Kinderschuhen. Mittel- und langfristig sollte ein Zustand erreicht werden, bei dem das politische Personal direkt von der Wirtschaft ausgebildet und eingesetzt wird. Kurze Entscheidungswege, Kosteneffizienz und schlanke Strukturen müssen auch hier oberste Priorität haben.
Eine so radikale Reform würde jedoch derzeit offensichtlich noch auf erhebliche Vermittlungsprobleme stoßen. Hier ist langfristige, strategische Öffentlichkeitsarbeit gefragt. Wir sind auf einem guten Weg, aber wir sind erst am Anfang.
Wir hoffen auf Ihr Verständnis und schlagen vor, noch in diesem Monat bei einem Kamingespräch erste konkrete Schritte ins Auge zu fassen.
Mit besten Grüßen
(unleserlich)
ab · 19.09.05
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